Rezension: Yves Saint Laurent – Black Opium

Johanna Werner | 20. 2. 2018

Obwohl Yves Saint Laurent, einer der einflussreichsten und renommiertesten Modeschöpfer des 20. Jahrhunderts, nicht mehr unter uns weilt, ist der Nachhall seiner Botschaft „Die Welt schöner machen“ noch immer überall auf der Welt zu vernehmen. Das Damenparfüm Black Opium ist dafür ein beredtes Beispiel.

Black Opium hat mich gleich auf den ersten Blick mit seinem ebenso originellen wie attraktiven Flakon in seinen Bann gezogen. Ich mag es einfach, wenn Parfümeure es mit der Perfektion nicht nur hinsichtlich des Dufts, sondern auch bezüglich der Verpackung auf die Spitze treiben. Denn es ist am Ende ja gerade der erste Eindruck, der in unserem Leben die Hauptrolle spielt, und ein langweiliges Aussehen regt uns nicht gerade dazu an, uns für die inneren Qualitäten eines Subjekts zu interessieren… Das metallic glänzende pechschwarze Flakon strahlt schon ganz alleine für sich einen ganz besonderen Reiz aus. Wenn man es aber mit der ganzen Handfläche umfasst und seine leicht raue Struktur spürt, geht ein wohliger Schauer, der dem erregenden „Geschmack einer verbotenen Frucht“ gleicht, durch den ganzen Körper. Schon dies deutet an, dass es sich hierbei keineswegs um einen Duft für noch nicht ganz erwachsene Prinzessinnen, sondern um eine höchst effiziente Waffe erfahrener Frauen handelt, die genau wissen, was sie tun, und die bereit sind, für ihre Entscheidungen die Verantwortung zu tragen… Wir möchten daran erinnern, dass auch Frauen mit der härtesten Schale Gefühle haben. Nur: Sie sie schützen diese Schale für jene Menschen, die es wert sind, diese Gefühle mit ihnen zu teilen. Dies nicht zu vergessen, gebietet uns das stylisch transparente „Auge“ in der Mitte, das geradezu wie ein imaginäres Tor zur Seele wirkt.

Dieses Damenparfüm kam 2014 auf den Markt. Seitdem eroberte es die Herzen der meisten Frauen und das ihrer Männer mit dem Fundamentalsten, das es besitzt – einem einzigartigen Duft. Und so hat das Interesse an ihm auch nach mehr als 3 Jahren nicht abgenommen.

Ich persönlich fand schon Geschmack an ihm, nachdem ich mir auf der Packung durchgelesen hatte, aus was es sich im Einzelnen zusammensetzt. Ich koche leidenschaftlich gern und mische dabei mit Vorliebe solche Ingredienzen, die, wenn man die Sache vernünftig angeht, eigentlich überhaupt nicht zueinander passen. Aber überraschenderweise schmecken Sie dem Gaumen erstaunlich gut. Daher würde ich mir nur zu gerne ein Dessert gönnen, in dem Birne, Orangenbaumblüte und eine Prise Rosenpfeffer (Kopfnote des Parfüms) dominieren. Und da Kuchen für mich ohne Kaffee einfach nicht vorstellbar ist, würde ich ihn gerne mit einem frisch gekochten Kaffee mit dem Duft von Jasmin (Herznote des Parfüms) begießen. An Zedernholz, Patschuli und Vanilleschote (Basisnote des Parfüms) muss ich nicht mehr unbedingt knabbern, aber mit Freude würde ich diese Kombination für meinen Aroma-Diffuser wählen, der mich ganz sanft aus meinen Träumen reißt und mich wieder zurück in die Realität bringt.

Was also fühle ich, wenn ich mir eine Dosis Opium gönne?

Ich muss gestehen, dass ich die einzelnen oben angeführten Ingredienzien beim ersten Riechen als sehr bedeckt empfinde. Aber in ihrer Gesamtheit betört mich hier ein angenehmer, milder, süßlicher (aber keineswegs klebrigsüßer) Duft, der mir beim genaueren Riechen am Handgelenk allerliebst in der Nase kitzelt. Und das gefällt mir. Ich mag nichtaggressive Parfüms, die mich nicht gleich beim ersten Date „unter den Rock zu kriegen versuchen“, aber dennoch mein Interesse wecken. Ich schätze einen nichtgewaltsamen Start und eine durchschlagende Wende irgendwo auf halber „Strecke“… und das ist etwas, das ich bei Black Opium bekommen habe!

Ungefähr nach einer Stunde verlor der Hauch von Opium an Stärke, und nun stachen seine Blüten- und Holztöne heraus. Die erste Kennenlernphase war recht erfolgreich, sodass also keine weitere Notwendigkeit besteht, mich mit Süßigkeiten zu locken… Ich gestehe, dass ich Kaffee als solchen in seinem Herzen nicht viel gespürt habe, doch glaube ich nicht, dass dies die Schuld des Parfüms ist. Eher würde ich dies auf meine anfängliche Geruchsblindheit und meine übertriebenen Erwartungen zurückführen. Es hätte mir klar sein müssen, dass ich wohl nicht den Duft eines gerade gekochten Espressos geboten kriege… Und wie Kaffeebohnen noch vor dem Rösten riechen, weiß ich leider nicht. Aber sollten sie dies so angenehm wie die Mitteltöne des Opiums tun, setze ich ab sofort auch den Besuch einer Kaffeeplantage auf meine „Bucketliste“.

Nach dieser Erfahrung weiß ich, dass ich mit Black Opium mehr als nur ein einziges Date verbringen will. Ich will, dass es zu einem Bestandteil eines jeden Tages wird, denn es weckt ausschließlich angenehme Gefühle in mir und das ist eigentlich genau das, was ich von einem Parfüm erwarte. Und da Yves Saint Laurent – Black Opium zu den TOP 10 der Damenparfüms gehört, stehe ich mit dieser Meinung wohl nicht alleine da. Ich wette, dass es auch Ihnen tief unter die Haut geht…

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